Endlich war es wieder einmal so weit, es gab eine Reise zu tun und wenn jemand eine Reise tut, dann hat er bekanntlich etwas zu erzählen…
Meine erste Richtige Reise, nach meinem Besuch in Kuala Lumpur vor ca. 2 Monaten, doch dieses Mal sollte es richtig weit weg gehen. Wir sind mit dem Flugzeug auf die Philippinen geflogen, das Ziel war der Strand, auch wenn ich mit drei Tagen Manila, der Hauptstadt der Philippinen, mehr als zufrieden gewesen wäre. Wir sind also am Morgen früh um ca. 6 Uhr losgezogen, da unser Flug um 9 Uhr war und wir einen langen Weg mit dem Zug bis zum Flughafen vor uns hatten. Der Flug verlief problemlos und wir erreichten Manila Clark Airport kurz vor 1 Uhr nach 3.5h Flug.
Von da sollte es mit dem Bus 3-4h weiter nach Batanges und danach mit dem Boot ca. 1h auf die Insel Mindoro, südlich von Manila, nach Puerto Galera. Doch bereits kurz nach der Landung begannen die ersten Probleme. Wir versuchten das Hotel zu erreichen, da wir gemerkt haben, dass es in Manila zwei Flughäfen gibt, einen in der Stadt und einen 2h ausserhalb, nicht nötig zu erwähnen wo wir uns befanden und wo der Busfahrer. Wir haben uns also auf eine kurze Wartezeit nicht modernsten Flughafen umschwärmt von Mücken bei über 32°C (noch heisser als in Singapur) eingestellt. Da wir langsam Hunger kriegten haben sich ein paar entschieden, ein Taxi zum nächsten McDonalds zu nehmen und für alle was einzukaufen. Das Taxi war gerade weg, da stand unser temporärer Busfahrer auch schon da, um uns zum eigentlichen Bus nach Manila zu bringen. Der Rest von uns fuhr also dem Taxi nach ins Shoppingcenter von Clark, wo wir was assen und uns mit genügend Wasser für die Weiterfahrt eindeckten. Die Eingangskontrollen waren ziemlich beeindruckend, ich habe bereits zuvor auf der EDA-Webseite gelesen, man sollte öffentliche Plätze mit vielen Leuten meiden, es sei in den letzten Jahren immer wieder zu Anschlägen gekommen.
Es war bereits 3 Uhr, als wir uns endlich auf den Weg nach Manila machten und es vergingen weitere 2-3h die wir teils auf der Schnellstrasse, teils im Stau in der nicht ganz so sauberen Grosstadt verbrachten. Wir haben dann den Treffpunkt doch noch gefunden und sind nach einer kleinen Pause auf den anderen Bus umgestiegen. Was der Busfahrer in der Zwischenzeit gemacht hat will ich gar nicht wissen, der Vorteil an einem Land wie den Philippinen ist, es interessiert niemanden, ob der Zug 1 Minute oder 2 Stunden Verspätung hat. Von diesen Leuten kann ich mir eine gute Scheibe abschneiden, für die ist Stress ein Fremdwort.
Es begann zu dämmern und wir fuhren weitere 4 Stunden bis nach Batanges. Einige versuchten zu schlafen, was aber beim Zustand der Strassen nicht ganz einfach war. Ich habs schon gar nicht versucht. Um 22.00 Uhr haben wir endlich die Küste erreicht und sind auch gleich auf das Schiff umgestiegen, welches bereits auf uns gewartet hat. Endlich ein bisschen Erholung, die Bootsfahrt war herrlich, wir waren uns einig, dass es sich nur schon deswegen gelohnt hat. Eine Stunde später haben wir direkt vor unserer Unterkunft angelegt und unser Gepäck deponiert.
Da wir wieder einmal Hunger hatten und noch ein bisschen die Gegend erkunden wollten sind wir 10 Minuten bis nach Sabang spaziert, um dort an einer Bar etwas zu trinken.
Wir fühlten uns sicher und es schien nicht gefährlich zu sein, trotzdem hatte ich ein unangenehmes Gefühl, wenn ich die alten, vorwiegend Amerikaner mit jungen Filippino-Frauen sah. Den anderen schien es nicht viel anders zu gehen.
Fabien und Jean-Romain wollten noch zur Disco, wir sind zurück und haben noch Weile am Strand gelegen und die Sterne beobachtet. Ich habe zuvor die Milchstrasse noch nie so klar und hell gesehen. Um 3 Uhr Morgens gingen wir noch kurz in den Pool, um uns abzukühlen bevor wir in unser Bett niedersanken. Patrice und ich sind um 9 wieder aufgestanden, um eine Runde am Strand zu drehen und ein paar Fotos bei Tageslicht zu schiessen.
Yenny war bereits im Pool am üben für ihren Tauchgang, den sie am Morgen geplant hatte. Um 11 wollten wir einen Tagesausflug machen, mit dem Schiff zu einem Reef in der Nähe des Strandes zu schnorcheln, danach BBQ (Barbecue) am Strand und dann weiter zu Long Beach, einem weissen Strand.
Da die meisten das erste Mal geschnorchelt haben an einem Reef, wars ein tolles Erlebnis, leider war das Reef nicht sehr farbig, dafür waren konnte man kleine Fische aus der Nähe beobachten, sie knabberten sogar an den Füssen, wenn man sich nicht bewegte. Danach hiess es richtig zuschlagen, Hühnchen, Schweinefleisch und deliziöse Garnelen (King Prawn), yummy. Dazu gab es Reis und Kartoffelsalat, danach Mangos, Ananas und Bananen.
Wir konnten kaum noch aufstehen nach dem Essen, es war so lecker, dass alle zu viel gegessen haben. Trotzdem mussten wir weiter zum Long Beach, doch der war leider nicht so toll wie er uns angepriesen wurde. Anstatt Sand war das meiste Stein, doch schien er bekannt zu sein, denn wir waren nicht die einzigen Touristen, was bis jetzt immer der Fall war.
Kurz darauf begann es aber heftig zu regnen, deshalb sind wir mit dem Schiff zurück zum Lagoon Resort gefahren, wo wir uns umgezogen haben.
Da die Sonne bereits wieder schien, haben sich ein paar entschieden eine Massage zu geniessen, die von den Aufdringlichen Einheimischen angepriesen wurde. Andrej, Jean-Romain, Yenny und ich wir gingen nach Sabang, um dort ein bisschen Geld zu wechseln, welches uns langsam ausging (die meisten von uns haben gerade mal SGD 100, ca. Fr. 80 gewechselt). Andrej und ich wollten uns die Insel etwas anschauen und haben uns deshalb entschieden mit Yenny in ein nahes Dorf auf dem Hügel zu laufen, bis der Rest von der Massage kam. Das Ziel war es einen schönen Ort mit Aussicht zu finden, was sich als nicht ganz einfach herausstellte. Wir sind Steigungen hoch und wieder runter gelaufen, ich habe jetzt noch Muskelkater, die Filippino bevorzugen ihr Motorrad oder den Jeepneys, ein Überbleibsel der Besetzung durch Amerika im zweiten Weltkrieg. Beim Verlassen des Landes haben sie die Militärjeeps zurückgelassen, welche jetzt zu tausenden im ganzen Land anzutreffen sind, gepimpt wie man so schön sagt.
Unseren ersten und auch zugleich letzten Abend verbrachten wir zusammen, assen philippinisch und danach nahmen wir noch einen Drink im Resort.
Ich ging vor Mitternacht schlafen, einige schliefen bereits, andere kamen später nach. Am Morgen hiess es nach dem Frühstück packen und uns auf den langen Rückweg machen. Da die Rückfahr reibungslos verlief, hatten wir in Manila noch zwei Stunden Zeit, etwas zu essen und uns die Innenstadt, Intramuros, anzuschauen. Ein winzig kleiner Kern in der Innenstadt wurde während der 300 Jahre langen spanischen Besetzung durch eine Mauer geschützt. Dort haben wir zuerst die Manila Cathedral besichtigt
und sind nach einem schnellen (fast) Essen zum Park „Fort Santiago“ gelaufen.
Obwohl die Stadt ziemlich heruntergekommen daherkommt, schien dieser Teil sehr gepflegt zu sein. Leider mussten wir schon bald weiter zum Flughafen, Fabien war der einzige, der einen Tag länger in Manila blieb, alleine. Am Flughafen wurden wir noch mit dem letzten Abenteuer überrascht. Wir durften keine Flüssigkeiten mit an Bord nehmen, nicht einmal die üblichen 100ml, nichts. Ich habe es trotzdem riskiert und meine 50ml Sonnencreme in meinem Rucksack gelassen, da ich keine Lust hatte meine 4kg einzuchecken. Bei der Passkontrollen haben sie plötzlich 600 Pessos pro Person (ca. Fr.20) verlangt, wir brachten es zu sechst knapp über 600 Pessos, doch woher sollten wir das Geld für die anderen 5 nehmen. Es gab zwar ausserhalb des Flughafens einen Geldautomaten mit den üblichen Logos (Visa Master, Plus, etc.), die waren jedoch mit Filzstift durchgestrichen. Zum Glück konnten wir dann aber mit Singapur Dollars bezahlen, sonst würden wir wahrscheinlich heute noch dort sitzen. Um 1 Uhr Morgens war ich dann endlich zu Hause, nach einem zwar anstrengenden, aber spannenden Wochenende.
Juni 25, 2007 um 5:23 |
Kurztrip Philippinen
Soeben im Netz gefunden, einen lesenswerten Kurztrip von Singapore auf die Philippinen, mit Anlaufschwierigkeiten, da der Flieger auf dem Clark Airport, weit ausserhalb von Manila landete, anstatt auf dem NAIA. Die komplette Story in Tom´s Singapore…
Juni 27, 2007 um 4:11 |
Das beste bezüglich philippinischen Zollbestimmungen habe ich noch vergessen. Am Zoll musste ich meinen Rucksack auf das Röntgengerät legen, also nichts neues. Wir mussten auch die Schuhe (inkl. Socken) ausziehen und röntgen lassen, was uns eher unangenehm war. Obwohl der Flughafen klein ist, laufen täglich hunderte von Leuten über den roten (was zwar nichts zur Sache tut, aber hier trotzdem genannt werden sollte) Teppich, es lebe der
SportFusspilz.Ich bin vorsichtig schon einmal durch den Metalldetektor gegangen, mein Rucksack liess sich gerade bestrahlen. Auf dem Bildschirm war bereits der nächste Rucksack zu sehen, doch dann ging der Beamte mit dem Bild nochmals zurück zu meinem Rucksack, ich dachte ajajaj, meine Sonnencreme bin ich los.
Erstaunlicherweise fragte er mich, ob ich einen Regenschirm dabei hätte und fügte noch hinzu, dass ich den nicht mit ins Flugzeug nehmen dürfe. Dasselbe passierte auch Jean-Romain, der gleich hinter mir war. Da wir aber keine Lust hatten, nochmals durch den ganzen Prozess mit dem bezahlen und Pass zeigen, etc. zu gehen, entschieden wir uns die 5 Dollar Schirme dazulassen. Der Beamte war erstaunt, scheinbar waren wir die einzigen, die das jemals gemacht haben. Er schaute sich die Schirme aufmerksam an, fragte uns ob sie noch in Ordnung seinen und – jetzt kommts – bedankte sich dafür! Aber was solls, andere Länder andere Sitten. Bei uns wären die Schirme vermutlich eingeschmolzen worden oder so ähnlich. Wenigstens haben wir ihm eine Freude bereitet, deshalb bin ich gar nicht so unglücklich…
Nun muss ich aber los, muss noch einen neuen Regenschirm kaufen gehen:-).